Auf der Wäscheleine

Analoge Fotografie, Dunkelkammer

Manche Tage schreien nach der Dunkelkammer. Das sind solche, wo für sämtliche Outdooraktivitäten das Wetter zu schäbig ist und ich, als Dauerfrostbeule, lieber auf dem Sofa kuscheln würde. Das Sofa ist allerdings auf Dauer zu langweilig und auch wenn es Sonntag ist und tatsächlich das Herumschludern erlaubt, irgendwann habe ich immer das Gefühl, das ich mich wundliege.

Gerade keine Lust zu lesen, nicht ins Atelier, keinen Bock auf Zeichenstifte und fotografieren fällt flach wegen des miesen Wetters. Dann zieht es mich in die Dunkelkammer. Und auch, wenn ich jetzt den Eindruck erweckte, das sei meine letzte Wahl, sie ist es nicht. Tatsächlich überfallen mich Hobbys anfallsartig und ich gehe in ihnen auf, bis mir was anderes vor die Flinte kommt. Ergo drehe ich mit zwischen der analogen Fotografie und all ihren Auswüchsen, dem Zeichnen und dem Schreiben hin und her. Mal gewinnt das eine, dann verliert das andere. Im Ergebnis werde ich tatsächlich keinem so richtig gerecht. Doch das ist leider mein persönliches Problem.

Gestern war also Dunkelkammerzeit und sie war fruchtbar. Der neue alte Vergrößerer wurde eingehender getestet, ich verzichtete bewusst darauf, auf den tatsächlich besser für Kleinbild geeigneten umzusteigen. Andererseits vergrößerte ich zum ersten Mal Kleinbild auf 18×24 und wäre das Papier nicht so teuer, würde ich auch noch größer werden. Die Motive wählte ich vorher aus den Scans aus und markierte sie mir auf den Negativhüllen. Das war ein für mich sinnvoller Trick. Was habe ich mir bei der spärlichen Dukabeleuchtung schon einen Wolf gesucht und am Ende das gewünschte Negativ doch nicht gefunden.

Ausbelichtet habe ich auf Barytpapier von Fomapan. Ein wunderbar mattes Papier mit dem einzigen Nachteil, dass es sich wellt wie bescheuert. Da ich allerdings keine Lust auf eine sündhaft teure Trockenpresse habe, kuscheln sich die Abzüge gerade zwischen Löschpapier, Handtüchern und schweren Büchern. So habe ich das früher mit den Herbarien meiner Söhne auch gemacht.

Alice aus der Dunkelkammer

3 Gedanken zu “Auf der Wäscheleine

  1. Das sieht sehr schön aus, die Makros gefallen mir besonders gut. – Du vergrößerst mit dem Großen von KB auf 18*24? Hast du dafür unterschiedliche Objektive oder kannst du auf den Fußboden projizieren? Der Vergrößerungsfaktor wäre mit dem Standardobjektiv für 9*12 doch irre groß …

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